Kurz beantwortet: Einen Doppelstabmattenzaun montieren Sie in fünf Schritten: Verlauf mit einer Schnur abstecken, Pfostenlöcher frostfrei rund 80 cm tief ausheben, zuerst die Eckpfosten einbetonieren, dann die Zwischenpfosten nach der Schnur ausrichten und nach dem Aushärten die Matten einsetzen. Den Pfostenabstand nehmen Sie an der ersten eingesetzten Matte ab – unsere Einzelmatten sind 2.510 mm breit. Zu zweit schaffen Sie etwa 20 Meter an einem Wochenende.
Doppelstabmattenzaun selber aufbauen: Eine Anleitung, die wirklich funktioniert
Einen Doppelstabmattenzaun selbst zu montieren spart schnell mehrere hundert Euro Handwerkerkosten – und ist auch für unerfahrene Heimwerker machbar. Vorausgesetzt, man kennt die richtigen Schritte und macht keine vermeidbaren Fehler. Diese Anleitung führt Sie durch den kompletten Aufbau: vom Werkzeug über die Fundamente bis zur letzten Mattenklemme. Inklusive Tipps für Hanglagen und Lösungen für die häufigsten Stolperfallen.
Plan-Zeit: ein Wochenende für etwa 20 Meter Zaun zu zweit. Schwierigkeitsgrad: mittel.
Werkzeugliste – das brauchen Sie wirklich
Bevor Sie loslegen, sollte alles bereitliegen. Nichts ist ärgerlicher, als mitten in der Arbeit feststellen zu müssen, dass das passende Werkzeug fehlt.
Werkzeug
- Maßband (mindestens 5 m)
- Schnur und Holzpflöcke zum Ausrichten
- Wasserwaage (60 cm oder länger)
- Spaten und Erdlochbohrer (Durchmesser 25 cm)
- Schubkarre und Mörtelkübel
- Akkuschrauber mit passenden Bits
- Gummihammer
- Winkelschleifer (Flex) mit Trennscheibe für Metall
- Zinkspray zum Versiegeln von Schnittkanten
- Arbeitshandschuhe und Schutzbrille
Material
- Doppelstabmatten (unsere Einzelmatten haben eine Elementbreite von 2.510 mm)
- Zaunpfosten in der zur Zaunhöhe passenden Länge – die Maßtabelle finden Sie im Ratgeber Pfostenlänge beim Doppelstabmattenzaun
- Eckpfosten für jede Richtungsänderung
- Befestigung je Pfostentyp: Edelstahl-Plättchen mit Schrauben oder Profil-Abdeckleiste; Pfostenkappen sind bei unseren Pfosten enthalten
- Beton (Trockenbeton C25/30 reicht für die meisten Heimwerker-Anwendungen)
- Kies für die Drainageschicht
Schritt 1: Verlauf planen und ausmessen
Bevor der erste Spatenstich erfolgt, sollten Sie den genauen Verlauf des Zauns planen. Klären Sie zwei Fragen:
- Grenzverlauf: Wo genau verläuft die Grundstücksgrenze? Im Zweifel Lageplan oder Vermesser konsultieren – ein Zaun, der um 10 cm zu weit gesetzt ist, kann später teuer werden.
- Pfostenabstand: Er ergibt sich aus der Elementbreite der Matte zuzüglich der Befestigung. Setzen Sie deshalb die erste Matte zwischen zwei Pfosten ein, nehmen Sie das tatsächliche Maß von Pfostenmitte zu Pfostenmitte ab und übertragen Sie genau dieses Maß auf die restliche Strecke. Beachten Sie zusätzlich die Montageunterlagen des gewählten Systems.
Spannen Sie eine Schnur entlang der geplanten Linie. Das ist Ihr Referenzfaden – er bleibt während der gesamten Montage bestehen.
Schritt 2: Pfostenlöcher ausheben
Hier entscheidet sich, wie lange Ihr Zaun stabil bleibt. Eine kleine Investition in die Tiefe zahlt sich über Jahrzehnte aus.
Wie tief muss das Pfostenfundament sein?
Die Faustregel in Deutschland: mindestens 80 cm tief, damit der Pfosten unter der Frostgrenze liegt. In schneereichen Regionen oder bei sehr exponierten Lagen sollten Sie auf 100 cm gehen. Bei Zäunen mit vollflächigem Sichtschutz sollte die Tiefe ebenfalls erhöht werden, weil die Windlast deutlich größer ist.
Lochdurchmesser
Der Durchmesser sollte etwa 25 bis 30 cm betragen. Mit dem Erdlochbohrer geht das schneller als mit dem Spaten – aber nur, wenn der Boden nicht steinig ist.
Drainageschicht nicht vergessen
Ein häufig übersehener Punkt: Vor dem Einbetonieren sollten Sie etwa 10 cm grobkörnigen Kies in das Loch geben. Das verhindert, dass Wasser am Pfostenfuß steht und im Winter durch Frostsprengung das Fundament beschädigt.
Schritt 3: Eckpfosten zuerst setzen
Der Aufbau beginnt immer mit den Eckpfosten – sie sind die Referenzpunkte für alles Weitere. Zwischen zwei gesetzten Eckpfosten lassen sich Zwischenpfosten exakt ausrichten.
- Eckpfosten in das vorbereitete Loch stellen
- Mit zwei Latten oder Streben provisorisch abstützen
- Mit der Wasserwaage in beide Richtungen lotrecht ausrichten
- Trockenbeton mit Wasser anmischen (Konsistenz: leicht erdfeucht)
- Beton einfüllen und mit einem Stab verdichten
- Oberkante leicht abschrägen, damit Wasser ablaufen kann
Wie viel Beton brauche ich pro Pfosten? Ein Loch mit 25 cm Durchmesser und 80 cm Tiefe fasst knapp 40 Liter; abzüglich der 10 cm Kiesschicht bleiben rund 34 Liter Beton. Ein Sack Trockenbeton à 25 kg ergibt nur etwa 13 Liter – rechnen Sie also mit rund drei Sack pro Pfosten. Die Betonmenge für weitere Lochgrößen und Eckpfosten finden Sie im Ratgeber Zaunpfosten einbetonieren.
Lassen Sie die Eckpfosten mindestens 24 Stunden aushärten, bevor Sie weiterarbeiten.
Schritt 4: Zwischenpfosten ausrichten
Sind die Eckpfosten ausgehärtet, spannen Sie eine Maurerschnur zwischen ihnen – einmal oben, einmal unten. So haben Sie zwei Referenzlinien und können jeden Zwischenpfosten exakt einfluchten.
Markieren Sie die Pfostenpositionen entlang der Schnur im abgenommenen Maß mit kleinen Heringen. Heben Sie alle Löcher gleichzeitig aus – das geht effizienter als jedes einzeln.
Setzen Sie die Pfosten ein, richten Sie sie nach beiden Schnüren aus und betonieren Sie sie wie die Eckpfosten ein.
Schritt 5: Doppelstabmatten einsetzen
Sind alle Pfosten ausgehärtet (mindestens 24 Stunden warten), können Sie die Matten einsetzen.
- Erste Matte zwischen zwei Pfosten einsetzen
- Bodenabstand prüfen – idealerweise 5 bis 10 cm Luft, damit Schnee und Laub durchrutschen können
- Befestigung am Pfosten positionieren: bei Plättchen-Pfosten die Plättchen an den Querstäben ansetzen, bei Pfosten mit Abdeckleiste die Matte in das Profil einlegen
- Schrauben handfest anziehen, dann mit dem Akkuschrauber festziehen
- Wasserwaage prüfen – Matte muss waagerecht sein
Arbeiten Sie sich Stück für Stück vor. Zu zweit geht das deutlich schneller, weil eine Person die Matte hält, während die andere die Befestigung anschraubt.
Doppelstabmattenzaun in Hanglage montieren
Auf einem Grundstück mit Gefälle gibt es zwei Bauweisen: gestaffelt oder schräg. Wie Sie die Stufen berechnen und welche Pfostenlänge Sie am Hang brauchen, erklärt der Ratgeber Doppelstabmattenzaun am Hang.
Variante 1: Gestaffelte Montage
Jede Matte bleibt waagerecht, aber zwischen den Mattenfeldern entstehen Stufen. Diese Methode ist einfacher und sieht bei mäßigem Gefälle ordentlich aus.
Variante 2: Schräge Montage (Hangmatten)
Die Matten folgen dem Gefälle. Dafür gibt es spezielle Hangmatten mit verschiebbaren Längsstäben. Die Optik ist deutlich harmonischer, aber die Montage anspruchsvoller. Bei Gefällen über 15 % empfehlen wir grundsätzlich diese Variante. Hinweis: Hangmatten führen wir derzeit nicht im Sortiment.
Doppelstabmatte kürzen – so geht es richtig
Selten passt der Zaun aufs letzte Mattenfeld genau. In den meisten Fällen muss die letzte Matte gekürzt werden. So machen Sie es richtig:
- Maß auf der Matte mit einem Filzstift anzeichnen
- Matte sicher fixieren (zwei Holzböcke reichen)
- Mit dem Winkelschleifer und Metalltrennscheibe sauber durchtrennen – immer von außen nach innen schneiden
- Wichtig: Schnittkanten direkt mit Zinkspray versiegeln. Sonst beginnt dort früher oder später der Rost.
Beim Kürzen entfernen Sie eine Maschenreihe komplett – die Reststäbe werden zu kurz, um sie sinnvoll zu verwenden, und sehen unsauber aus.
Doppelstabmattenzaun an Mauer befestigen
Wenn der Zaun an eine bestehende Mauer anschließt, brauchen Sie keinen normalen Pfosten, sondern einen Wandmontage-Pfosten. Dieser wird mit Schwerlastdübeln an der Mauer verschraubt.
Achten Sie auf:
- Mindestens vier Befestigungspunkte pro Wandpfosten
- Schwerlastdübel mit mindestens M10-Gewinde
- Beton- oder Vollziegelmauer als Untergrund (kein Putz oder Hohlblockstein)
Alternativ schließen Sie die letzte Matte ohne Pfosten direkt an tragfähiges Mauerwerk an: punktuell mit dem Wandanschlusswinkel (3 Stück bis 123 cm Zaunhöhe, 4 Stück ab 143 cm) oder über die ganze Höhe mit dem Zaunanschluss-Set mit Winkellochleiste. Die Dübel wählen Sie passend zum Untergrund.
Montageanleitung als PDF für die Baustelle
Diese Anleitung gibt es auch kompakt als PDF: mit Maßtabelle für Pfosten und Fundamente, Werkzeugliste und allen Montageschritten von der Flucht bis zum Anschluss an Tor oder Wand – zum Ausdrucken oder für das Smartphone. Für Tor und Sichtschutz gibt es eigene Anleitungen.
- Montageanleitung Doppelstabmattenzaun (PDF, 10 Seiten)
- Montageanleitung Gartentor und Doppeltor (PDF, 8 Seiten)
- Montageanleitung Sichtschutzstreifen (PDF, 6 Seiten)
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Beton brauche ich pro Pfosten?
Bei einem Standardloch von 25 cm Durchmesser und 80 cm Tiefe mit 10 cm Kiesschicht rund 34 Liter Beton. Da ein Sack Trockenbeton à 25 kg nur etwa 13 Liter ergibt, sind das rund drei Sack pro Pfosten. Bei breiteren Löchern oder Sichtschutzzäunen entsprechend mehr.
Wie tief muss ein Doppelstabmattenzaun einbetoniert werden?
Mindestens 80 cm tief, um die Frostgrenze zu unterschreiten. In schneereichen Regionen oder bei Zäunen mit vollflächigem Sichtschutz sollten Sie auf 100 cm gehen.
Welcher Pfostenabstand ist richtig?
Der Pfostenabstand ergibt sich aus der Elementbreite der Matte – bei unseren Einzelmatten 2.510 mm – zuzüglich der Befestigung. Nehmen Sie das Maß an der ersten eingesetzten Matte von Pfostenmitte zu Pfostenmitte ab und übertragen Sie es auf die restliche Strecke.
Kann ich einen Doppelstabmattenzaun ohne Beton montieren?
Ja, mit Einschlagbodenhülsen oder Schraubfundamenten. Diese sind aber deutlich weniger stabil und nicht für Sichtschutzzäune oder windexponierte Lagen geeignet. Für eine dauerhaft stabile Lösung führt am Einbetonieren kein Weg vorbei. Auf einer vorhandenen Betonfläche oder Mauerkrone lassen sich Pfosten mit Fußplatten aufdübeln – dafür gibt es unseren Zaunpfosten zum Aufdübeln mit angeschweißter Fußplatte. Welcher Untergrund dafür trägt, erklärt der Ratgeber Doppelstabmattenzaun aufdübeln. Für Eckpfosten und Sonderfälle sprechen Sie uns bitte vor der Bestellung an.
Wie lange muss der Beton aushärten?
Mindestens 24 Stunden, bevor Sie die Matten einhängen. Besser sind 48 Stunden, wenn Zeit nicht drängt.
Brauche ich eine Genehmigung für den Zaunbau?
Das hängt von der Bauordnung Ihres Bundeslandes, örtlichen Vorgaben wie einem Bebauungsplan und der Lage Ihres Grundstücks ab. Eine bundesweit einheitliche Höhengrenze gibt es nicht, und eine verfahrensfreie Errichtung bedeutet nicht automatisch, dass jede Höhe zulässig ist. Prüfen Sie die Vorgaben vor dem Kauf und fragen Sie im Zweifel bei Ihrer Gemeinde oder dem zuständigen Bauamt nach.
Gibt es die Montageanleitung für den Doppelstabmattenzaun auch als PDF?
Ja. Die Montageanleitung Doppelstabmattenzaun können Sie als PDF mit 10 Seiten herunterladen und ausdrucken. Sie finden sie auf den Produktseiten für Doppelstabmatten, Komplettsets und Zaunpfosten direkt unter den Produktbildern sowie im Abschnitt „Montageanleitung als PDF“ in diesem Ratgeber.
Fazit: Selber bauen lohnt sich – wenn Sie Geduld mitbringen
Ein Doppelstabmattenzaun ist ein klassisches Heimwerker-Projekt. Mit der richtigen Vorbereitung schaffen zwei Personen 20 Meter Zaun an einem Wochenende. Die größten Fehler passieren bei der Tiefe der Fundamente und beim Vergessen der Drainageschicht – beides entscheidet darüber, ob Ihr Zaun in 5 oder in 25 Jahren ersetzt werden muss.
Wer es einfacher haben möchte, greift zu einem Zaun-Komplettset: Matten, Pfosten und Befestigung passgenau aufeinander abgestimmt. Das spart die mühsame Einzelteil-Kalkulation und stellt sicher, dass alles zusammenpasst.
Direkt zum passenden Material
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Weiterlesen: Doppelstabmattenzaun Kosten · Pfostenlänge bestimmen · Tor richtig planen
Tipp: Notieren Sie sich vor dem Kauf die genaue Zaunlänge und alle Eckpunkte – so können Sie das Komplettset exakt auf Ihren Bedarf abstimmen.