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Wie hoch darf ein Zaun zum Nachbarn sein? Regeln in allen 16 Bundesländern

Doppelstabmattenzaun in Anthrazit als Grundstücksgrenze zwischen zwei Gärten mit Einfamilienhäusern

ZaunPro Team |

Kurz beantwortet: In 14 von 16 Bundesländern dürfen Sie eine Einfriedung bis 2 m Höhe ohne Baugenehmigung errichten – außer im Außenbereich. Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz nennen für Einfriedungen im Innenbereich in der Bauordnung keine Höhengrenze. Genehmigungsfrei heißt aber nicht regelfrei: Bebauungsplan und Gestaltungssatzung der Gemeinde können niedrigere Höhen vorschreiben, und das Nachbarrecht vieler Länder verlangt eine ortsübliche Einfriedung. Lässt sich keine Ortsübung feststellen, gilt dort meist ein Zaun von etwa 1,20 bis 1,25 m als Maßstab.

Hinweis: Dieser Ratgeber gibt einen Überblick über die Rechtslage (Stand: September 2026) und ersetzt keine Rechtsberatung. Gesetze ändern sich; maßgeblich sind die jeweils geltende Fassung und die Auskunft Ihrer Gemeinde oder Bauaufsicht.

Drei Regelebenen für die zulässige Zaunhöhe Zaunhöhe: drei Ebenen, die alle passen müssen1LandesbauordnungBis zu welcher Höhe darfder Zaun ohne Bauantragstehen?meist bis 2 maußer im Außenbereich;BW und RP: im Innenbereichkeine Höhengrenze in § 50/§ 622GemeindeGibt es einen Bebauungsplanoder eine Gestaltungssatzungfür Ihr Grundstück?kann strenger seinz. B. niedrigere Höhe odernur offene Zäune im Vorgarten3NachbarrechtWas ist in der Umgebungortsüblich? Wo steht derZaun, wer zahlt?oft ca. 1,20 mwenn sich keine Ortsübungfeststellen lässt (je nach Land1,20 bis 1,25 m, ST bis 2 m)Genehmigungsfrei heißt nicht regelfrei.Auch ein Zaun ohne Bauantrag muss Bebauungsplan, Satzung und Landesnachbarrecht einhalten. Stand: September 2026.
Die zulässige Zaunhöhe ergibt sich aus drei Ebenen: Landesbauordnung, Vorgaben der Gemeinde und Landesnachbarrecht.

Drei Regelebenen: Bauordnung, Gemeinde und Nachbarrecht

Ob ein Zaun in einer bestimmten Höhe zulässig ist, entscheidet nicht ein einziges Gesetz. Drei Ebenen greifen ineinander:

  • Landesbauordnung: Sie legt fest, bis zu welcher Höhe eine Einfriedung verfahrensfrei ist, also ohne Bauantrag errichtet werden darf. Das ist öffentliches Recht, und jedes Bundesland hat seine eigene Bauordnung.
  • Gemeinde: Ein Bebauungsplan oder eine örtliche Gestaltungssatzung kann Art, Gestaltung und Höhe von Einfriedungen strenger regeln – zum Beispiel eine geringere Höhe im Vorgarten oder nur offene Zäune. Alle Landesbauordnungen erlauben den Gemeinden solche Vorschriften.
  • Nachbarrecht: Es regelt das Verhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Nachbarn: ob der Nachbar eine Einfriedung verlangen kann, wie sie beschaffen sein muss, wo sie steht und wer sie bezahlt. Zwölf Bundesländer haben dafür ein eigenes Nachbarrechtsgesetz. Bayern regelt das Nachbarrecht im Ausführungsgesetz zum BGB, allerdings ohne Vorschriften zur Einfriedung. Bremen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern haben kein Landesgesetz; dort gilt nur das Bürgerliche Gesetzbuch.

Wichtig: Verfahrensfrei bedeutet nur, dass kein Genehmigungsverfahren nötig ist. Die Landesbauordnungen stellen ausdrücklich klar, dass auch verfahrensfreie Anlagen alle öffentlich-rechtlichen Vorschriften einhalten müssen. Das private Nachbarrecht gilt unabhängig davon.

Zaunhöhe nach Bundesland: die Übersicht

Die Tabelle zeigt für jedes Land, bis zu welcher Höhe eine Einfriedung im Innenbereich ohne Baugenehmigung errichtet werden darf, und welchen Maßstab das Nachbarrecht nennt, wenn sich in der Umgebung keine ortsübliche Einfriedung feststellen lässt. Im Außenbereich sind in allen Ländern nur bestimmte offene Einfriedungen verfahrensfrei, etwa für land- oder forstwirtschaftliche Betriebe.

Bundesland Ohne Baugenehmigung bis (Bauordnung) Nachbarrecht: Maßstab ohne feststellbare Ortsübung
Baden-Württemberg keine Höhengrenze im Innenbereich
§ 50 Abs. 1 LBO i. V. m. Anhang 1 Nr. 7 a
keine Standardhöhe; tote Einfriedungen über 1,50 m (außer Drahtzäunen) müssen um die Mehrhöhe von der Grenze abrücken (§ 11 NRG)
Bayern 2 m, auch Sichtschutzzäune
Art. 57 Abs. 1 Nr. 7 a BayBO
kein eigenes Nachbarrechtsgesetz; das AGBGB enthält keine Regeln zur Einfriedung, es gilt das BGB
Berlin 2 m
§ 61 Abs. 1 Nr. 7 a BauO Bln
etwa 1,25 m hoher Maschendrahtzaun (§ 23 NachbG Bln)
Brandenburg 2 m
§ 61 Abs. 2 Nr. 7 a BbgBO
etwa 1,25 m hoher Maschendrahtzaun (§ 32 BbgNRG); Anzeige 2 Wochen vorher (§ 29)
Bremen 2 m (bis Ende 2026 ausgenommen: Gebiete mit örtlichen Gestaltungsvorschriften)
§ 61 Abs. 1 Nr. 7 a BremLBO
kein Nachbarrechtsgesetz, es gilt das BGB
Hamburg 2 m; an öffentlichen Wegen und Grünflächen sowie im Vorgartenbereich höchstens 1,50 m und durchbrochen
Anlage zu § 61 Abschnitt I Nr. 7 a und § 8 Abs. 3 HBauO
kein Nachbarrechtsgesetz, es gilt das BGB
Hessen 2 m, auch Sichtschutzzäune und Terrassentrennwände
§ 63 HBO i. V. m. Anlage Abschnitt I Nr. 7.1
1,2 m hoher Zaun aus verzinktem Maschendraht (§ 15 Hessisches Nachbarrechtsgesetz)
Mecklenburg-Vorpommern 2 m
§ 61 Abs. 1 Nr. 7 a LBauO M-V
kein Nachbarrechtsgesetz, es gilt das BGB
Niedersachsen 2 m
§ 60 Abs. 1 NBauO i. V. m. Anhang Nr. 6.1
bis zu 1,20 m hoher Zaun (§ 28 NNachbG)
Nordrhein-Westfalen 2 m
§ 62 Abs. 1 Satz 1 Nr. 7 a BauO NRW
etwa 1,20 m hohe Einfriedung (§ 35 NachbG NRW)
Rheinland-Pfalz keine Höhengrenze im Innenbereich; ohne Abstandsfläche an der Grenze bis 2 m
§ 62 Abs. 1 Nr. 6 a und § 8 Abs. 7 LBauO
1,2 m hoher Zaun aus festem Maschendraht (§ 39 LNRG); Anzeige 2 Wochen vorher (§ 41)
Saarland 2 m, auch Sichtschutzwände
§ 61 Abs. 1 Nr. 7 a LBO
1,2 m hoher Zaun aus festem Maschendraht (§ 43 Saarländisches Nachbarrechtsgesetz); Anzeige 2 Wochen vorher (§ 45)
Sachsen 2 m
§ 61 Abs. 1 Nr. 7 a SächsBO
keine Einfriedungspflicht und keine Standardhöhe (§ 4 SächsNRG)
Sachsen-Anhalt 2 m
§ 60 Abs. 1 Nr. 7 a BauO LSA
bis zu 2,0 m hoher Zaun (§ 23 NbG); schriftliche Anzeige 4 Wochen vorher (§ 27)
Schleswig-Holstein 2 m
§ 61 Abs. 1 Nr. 7 a LBO
etwa 1,20 m hoher Maschendrahtzaun (§ 31 NachbG Schl.-H.)
Thüringen 2 m
§ 63 Abs. 1 Nr. 7 a ThürBO
1,2 m hoher Zaun aus festem Maschendraht (§ 39 ThürNRG); Anzeige 2 Wochen vorher (§ 41)

Stand: September 2026. Geprüft anhand der zu diesem Zeitpunkt geltenden Fassungen der Landesbauordnungen und Nachbarrechtsgesetze. In Brandenburg (2026), Hamburg (2026) und Thüringen (2024) wurden die Bauordnungen neu gefasst; ältere Paragrafenangaben im Internet sind dort häufig veraltet. Die Quellen finden Sie am Ende des Beitrags.

Was „ortsübliche Einfriedung“ bedeutet

In den meisten Ländern mit Nachbarrechtsgesetz gilt: Verlangt der Nachbar eine Einfriedung, muss sie ortsüblich sein. Ortsüblich ist, was in der näheren Umgebung bei vergleichbaren Grundstücken überwiegend vorhanden ist – typischerweise in derselben Straße oder im selben Wohngebiet. Stehen dort überwiegend halbhohe Stabgitterzäune, ist eine 2 m hohe, geschlossene Wand nicht ortsüblich, auch wenn sie baurechtlich ohne Genehmigung errichtet werden dürfte.

Lässt sich keine Ortsübung feststellen, nennen die Gesetze einen Ersatzmaßstab: in Berlin und Brandenburg einen etwa 1,25 m hohen Maschendrahtzaun, in Hessen, Rheinland-Pfalz, im Saarland, in Schleswig-Holstein und in Thüringen einen rund 1,20 m hohen Maschendrahtzaun, in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen eine etwa 1,20 m hohe Einfriedung ohne Materialvorgabe. Sachsen-Anhalt lässt in diesem Fall einen bis zu 2 m hohen Zaun zu; Sachsen kennt weder eine Einfriedungspflicht noch eine Standardhöhe.

Diese Werte beschreiben, was ein Nachbar verlangen kann – ein allgemeines Höhenverbot sind sie nicht. In der Praxis haben sie trotzdem Gewicht: Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass ein Nachbar, der nach Landesrecht eine Einfriedung verlangen kann, unter Umständen auch die Beseitigung einer vorhandenen, nicht ortsüblichen Einfriedung verlangen darf. In einem Fall aus Hessen ging es um eine rund 2 m hohe Metallwand direkt an der Grenze (Urteil vom 21.09.2018, V ZR 302/17), in einem Fall aus Nordrhein-Westfalen um eine rund 2 m hohe Einfriedigung (Urteil vom 17.01.2014, V ZR 292/12).

Zaun auf der Grenze oder auf dem eigenen Grundstück?

Steht der Zaun vollständig auf Ihrem Grundstück, gehört er Ihnen: Sie tragen Errichtung und Unterhalt allein und entscheiden über die Ausführung im Rahmen der geltenden Vorschriften. Direkt auf die Grundstücksgrenze setzen Sie einen Zaun in der Regel nur mit Zustimmung des Nachbarn oder dort, wo das Landesnachbarrecht eine gemeinsame Einfriedung auf der Grenze vorsieht. Ein solcher gemeinsam genutzter Grenzzaun wird von beiden Nachbarn zu gleichen Teilen unterhalten (§ 922 BGB).

Viele Nachbarrechtsgesetze regeln zusätzlich die Errichtungskosten: Sind beide Nachbarn zur Einfriedung verpflichtet, tragen sie diese meist je zur Hälfte, begrenzt auf die Kosten einer ortsüblichen Einfriedung. Wer eine aufwendigere Ausführung möchte, zahlt die Mehrkosten in der Regel selbst.

In Brandenburg, Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Thüringen müssen Sie den Bau einer Einfriedung dem Nachbarn mindestens zwei Wochen vorher anzeigen, in Sachsen-Anhalt schriftlich mindestens vier Wochen vorher. Auch wo das nicht vorgeschrieben ist, erspart ein Gespräch mit schriftlicher Vereinbarung über Position, Höhe und Ausführung späteren Streit.

Sichtschutzzaun: was zusätzlich gilt

Für blickdichte Zäune gelten grundsätzlich dieselben Höhen. Bayern, Hessen und das Saarland nennen Sichtschutzzäune bzw. Sichtschutzwände in der Bauordnung sogar ausdrücklich. Einige Punkte kommen aber hinzu:

  • Abstandsflächen: Geschlossene Einfriedungen sind in den meisten Ländern bis 2 m Höhe direkt an der Grenze zulässig. Wird eine Sichtschutzwand höher, kann sie wie ein Gebäude Abstandsflächen auslösen.
  • Hamburg: An öffentlichen Wegen und Grünflächen sowie zwischen Nachbargrundstücken im Bereich der Vorgärten dürfen Einfriedungen höchstens 1,50 m hoch sein und müssen durchbrochen sein (§ 8 Abs. 3 HBauO). Ein blickdichter Zaun ist dort also nicht zulässig.
  • Baden-Württemberg: Nach § 11 des Nachbarrechtsgesetzes muss eine geschlossene („tote“) Einfriedung, die höher als 1,50 m ist, um die Mehrhöhe von der Grenze abrücken – ein 1,80 m hoher Sichtschutzzaun also um 30 cm. Drahtzäune sind ausgenommen; ob ein Doppelstabmattenzaun mit eingeflochtenen Sichtschutzstreifen noch als Drahtzaun gilt, ist nicht abschließend geklärt.
  • Windlast: Eine geschlossene Fläche fängt deutlich mehr Wind ab als ein offenes Gitter. Pfosten und Fundamente müssen dafür ausgelegt sein. Welche Lösungen es gibt, zeigt unser Ratgeber Doppelstabmattenzaun mit Sichtschutz.

An der Straße und im Vorgarten

Zur Straße hin sind die Vorgaben oft strenger als zum Nachbarn. Viele Gemeinden regeln Einfriedungen im Vorgarten per Bebauungsplan oder Gestaltungssatzung, etwa durch eine geringere Höhe oder die Vorgabe offener Zäune oder Hecken. An Grundstücksausfahrten sollte außerdem die Sicht auf Gehweg und Straße frei bleiben. Fragen Sie vor dem Kauf bei Ihrer Gemeinde nach, ob für Ihr Grundstück solche Vorgaben bestehen.

Für den Vorgarten eignen sich niedrige, offene Zaunelemente, zum Beispiel ein Schmuckzaun aus Metall mit Höhen ab rund 80 cm. Welche Höhe und welches Modell zu Ihrem Vorgarten passen, zeigt unser Ratgeber Vorgartenzaun aus Metall.

In fünf Schritten zur zulässigen Zaunhöhe

  1. Vorgaben der Gemeinde prüfen: Fragen Sie beim Bauamt, ob für Ihr Grundstück ein Bebauungsplan oder eine Satzung mit Regeln zu Einfriedungen gilt. Viele Bebauungspläne sind im Geoportal der Gemeinde oder des Landes einsehbar.
  2. Innen- oder Außenbereich klären: Die genehmigungsfreie Höhe gilt nicht im Außenbereich, also nicht außerhalb bebauter Ortsteile ohne Bebauungsplan.
  3. Landesrecht nachschlagen: Die Tabelle oben zeigt die Höhe und die Nachbarrechtsregel Ihres Bundeslands.
  4. Ortsüblichkeit einschätzen: Welche Zäune stehen in Ihrer Straße? Orientieren Sie sich daran, besonders bei Höhe und Blickdichte.
  5. Mit dem Nachbarn sprechen: Klären Sie Position, Höhe und Ausführung vorab, halten Sie die Einigung schriftlich fest und beachten Sie eine gesetzliche Anzeigefrist.

Welche Zaunhöhe für welchen Zweck?

Zweck Übliche Höhe Passende Lösung
Vorgarten, Beeteinfassung 80 bis 105 cm Schmuckzaun oder niedriger Doppelstabmattenzaun
Grundstücksgrenze, Haustiere 120 bis 165 cm Doppelstabmattenzaun in 123 bis 163 cm
Sichtschutz an Terrasse und Garten 180 bis 200 cm Doppelstabmatten mit Sichtschutzstreifen

Den kompletten Zaun mit passenden Pfosten erhalten Sie als Zaun-Komplettset in Höhen von 83 bis 183 cm. Denken Sie bei der Planung auch an die Pfosten: Zu jeder Zaunhöhe gehört eine bestimmte Pfostenlänge, weil ein Teil einbetoniert wird. Die Tabelle dazu steht im Ratgeber Pfostenlänge beim Doppelstabmattenzaun.

Häufige Fragen zur Zaunhöhe

Wie hoch darf ein Zaun ohne Genehmigung sein?

In 14 von 16 Bundesländern ist eine Einfriedung bis 2 m Höhe verfahrensfrei, also ohne Baugenehmigung erlaubt – außer im Außenbereich. Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz nennen für Einfriedungen im Innenbereich keine Höhengrenze in der Bauordnung; in Rheinland-Pfalz dürfen sie ohne Abstandsfläche an der Grenze aber ebenfalls nur 2 m hoch sein. Ein Bebauungsplan oder eine Gestaltungssatzung der Gemeinde kann niedrigere Höhen vorschreiben.

Darf ich einen 2 m hohen Zaun zum Nachbarn bauen?

Baurechtlich ist das in den meisten Bundesländern ohne Genehmigung möglich, sofern Bebauungsplan und Satzung nichts anderes bestimmen. Nachbarrechtlich kommt es darauf an, was in Ihrer Umgebung ortsüblich ist: Kann Ihr Nachbar nach Landesrecht eine Einfriedung verlangen, kann er unter Umständen auch die Beseitigung einer nicht ortsüblichen, rund 2 m hohen Wand verlangen. Sprechen Sie Höhe und Ausführung deshalb vorher mit Ihrem Nachbarn ab.

Was bedeutet ortsübliche Einfriedung?

Ortsüblich ist die Einfriedung, die in der näheren Umgebung bei vergleichbaren Grundstücken überwiegend vorhanden ist, etwa in der Straße oder im Wohngebiet. Lässt sich keine Ortsübung feststellen, nennen viele Nachbarrechtsgesetze einen Ersatzmaßstab, meist einen etwa 1,20 bis 1,25 m hohen Zaun; in Sachsen-Anhalt sind es bis zu 2 m.

Wer muss den Zaun bezahlen?

Steht der Zaun vollständig auf Ihrem Grundstück, tragen Sie die Kosten allein. Sind beide Nachbarn nach Landesrecht zur Einfriedung verpflichtet, teilen sie die Errichtungskosten in der Regel je zur Hälfte, meist begrenzt auf die Kosten einer ortsüblichen Einfriedung. Die Unterhaltung eines gemeinsam genutzten Zauns auf der Grenze tragen beide Nachbarn zu gleichen Teilen (§ 922 BGB).

Muss ich meinen Nachbarn vor dem Zaunbau informieren?

In Brandenburg, Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Thüringen müssen Sie den Bau einer Einfriedung mindestens zwei Wochen vorher anzeigen, in Sachsen-Anhalt schriftlich mindestens vier Wochen vorher. In den übrigen Ländern haben wir keine vergleichbare Anzeigepflicht gefunden; ein Gespräch mit schriftlicher Vereinbarung beugt Streit aber in jedem Fall vor.

Gilt für einen Sichtschutzzaun eine andere Höhe?

In der Regel gelten dieselben Höhen; Bayern, Hessen und das Saarland nennen Sichtschutzzäune bzw. Sichtschutzwände in der Bauordnung ausdrücklich. In Hamburg müssen Einfriedungen an öffentlichen Wegen und Grünflächen sowie im Vorgartenbereich durchbrochen und höchstens 1,50 m hoch sein. In Baden-Württemberg müssen geschlossene Einfriedungen über 1,50 m um die Mehrhöhe von der Grenze abrücken.

Quellen

Gesetzestexte und Rechtsprechung, geprüft im September 2026: